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Bibelseminar, Hochzeit, Beerdignung und und und....

Autor: Salome | Datum: 03 November 2013, 13:28 | 1 Kommentare

Ich habe die letzten Wochen so viel erlebt und ich frage mich immer wieder, wo die Zeit geblieben ist...

Seit dem letzten Eintrag ist hier einiges passiert:

Ich war auf meiner ersten Hochzeit:

Vier Tage vor der Trauung kriege ich die Einladung, ein netter Kollege aus meiner Schule legt sein Eherversprechen ab und ich darf dabei sein!  Schnell wird noch ein Kleid gekauft (schnäppchen vom "soko") und bei der Gelegenheit teste ich die einheimischen "Saloons". Waschen, Lockenwickler, Trockenhaube- das Ergebnis sah toll aus, bis ich Öl in die Haare geschmiert bekommen habe. Hier todschick- in Deutschland würde mich jeder unter eine Dusche stecken. (Leider ließ sich das Zeug auch nicht so leicht auswaschen)

Zur eigentlichen Kirchenzeromie sind wir (ich und zwei Lehrerkollegen) leider nicht erschienen (was hier komischerweise üblich ist). Die Gäste treffen sich dann bei der Location zur Feier. Pünktliche zwei Stunden später als angekündigt ist das Brautpaar eingetrudelt. Es gab viele Reden, Champagnar und Kuchen dazu viel Tanz und Musik. Viele traditionelle Rituale, wie z.B. die Ehrung der Eltern, oder das Eintanzen der Geschenke wurden abgehalten.

Ein sehr schöner Abend der leider schon um Mitternacht vorbei war. (Übrigens: Alkohol wurde nicht ausgeschenkt).

 

Ich war auf einer Beerdigung:

Zum erstaunen vieler Tansanier: Es war meine erste Beerdigung(- und dann noch so eine große). Ein sehr beliebter Pastor aus der Umgebung ist gestorben. Erschienen sind über tausend Leute, die Kirche war voll und die Leute ohne Stühle saßen unter den Bäumen im Schatten.

Die Zeremonie war lang und beanspruchte den ganzen Tag. Was mich sehr gerührt hat war die Art und Weise des Trauerns. Besonders als der Sarg geöffnet wurde und jeder Abschied nehmen durfte. Die angehörigen schrien und weinten- Frauen sind in Ohnmacht gefallen und Männer zusammengebrochen. Es war sehr bedrückend, doch man sah, wie das gemeinsame Trauern die Leute zusammenschweißt - wieder stark macht!

 

Ich hatte eine Woche lang "Bibel-Seminar"

Dieses spezielle Bibelseminar findet nur 1x im Jahr statt und dauert eine Woche. Jeden Tag bin ich nach der Arbeit zur Kirche gegagen und geblieben bis Sonnenuntergang und später. Zusammen wird gebetet auf verschiedene Weisen (so bin ich bestimmt ein paar Kilometer betent um die Kirche gegeangen), im Laufe des Abends wird viel gesungen (Jugendchor!!!) und dann gepredigt (was noch viel lebendiger ist als Sonntags). Zum Schluss kommt der gewöhnungsbedürftige Teil: die "Dämonenaustreibung".  Es stellen sich alle vor dem Altar auf (draußen), alle heben ihre Hände in die höhe und es wird gemeinsam gebetet. Der Prediger schreit seine Gebete in das Mikro, die Menschen schreien ihre Gebete-jeder für sich. Dann fangen manche an zu schreien- zusammenbrechen oder total die Fassung zu verlieren. Diese werden von den Kirchenhelfern (95% Jugendchor- aber da hab ich mich erfolgreich gedrückt) in die Kirche getragen auf den Boden gelegt- wenn nötig (manche Menschen waren total weggetreten, haben um sich geschlagen) mit Tüchern gefesselt. Dann wurden sie von den Kirchenhelfern "bebetet". So lange, bis jeder in der Kirche ruhig war. Für mich war das sehr bedrückend die vielen schreienden Leute zu sehen, in der Zeit des bebetens habe ich versucht Abstand zu gewinnen und mich beim Abbau von Lautsprechern, E-Gitarren und co. nützlich gemacht. Es war eine sehr intensive Woche und hat mich teilweise an meine Grenzen gebracht. Ich bin echt froh, dass dieses nur 1x im Jahr stattfindet.

Ich war in Dar Es Salaam:

 Dort habe ich Materialien für den Kunstunterricht besorgt (freue mich sehr, diese zu testen!), mein kleines Visumproblem bearbeitet (Die Behörden haben wohl alle meine Papiere verloren, jetzt heißt es abwarten und Däumchen drücken) und einen wunderschönen entspannten Tag am Strand mit Meer und Pool mit Stephanie verbracht :) 

 

 

Alltag kehrt ein!

Jugenchor bededeutet hier: "angestellte der Kirche" sein. Ein 24-Stunden job-immer abrufbereit sein. Doch es macht Spaß :) Meine Arbeit hat sich auch eingespielt, das Unterrichten von Kunst macht mir Spaß, vor allem seit dem ich ein paar Materialien habe. Man gewöhnt sich an viele Sachen (z.B Kakerlaken- diese Viecher würden auch einen Atomkrieg überstehen) und ich habe viele nette Leute kennengelernt. Ich könnte ein paar Tage mehr in der Woche gebrauchen um meine ganzen Termine unterzukriegen ;)

 

Mit den Fotos hochladen klappt es nicht ganz so - Wer interesse hat: in meine Tansania-Whatsapp Gruppe gibt es regelmäßig ein paar Infos und passende Bilder.

 Für ein paar kurze Eindrücke habe ich ein paar Videos der letzten Wochen auf youtube hochgeladen : http://www.youtube.com/watch?v=RTZUyq8OWWA

 

Ich wünsche euch noch einen tollen Restsonntag!

 

 

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